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Samstag, 4. November 2006

Habermas vs. "Ich nicht"

Wegen folgender Passage in der Autobiographie "Ich nicht" von Joachim Fest hat Jürgen Habermas eine einstweilige Verfügung gegen die Verbreitung des Buchs erreicht.
In der Tat hat es ungezählte Wege sowie Nebenpfade der Ausflucht gegeben. Einer wird von einem der führenden Köpfe des Landes berichtet. Der war in den Zeiten des ausgehenden Hitlerreiches HJ-Führer und dem Regime mit allen Fasern seiner Existenz verbunden gewesen. Auf einer Geburtstagsfeier in den achtziger Jahren habe ein ehedem Untergebener ihm, als seinem früheren HJ-Vorgesetzten, ein von diesem im Frühjahr 1945 verfasstes Schreiben über den Tisch gereicht, das ein leidenschaftliches Bekenntnis zum Führer und die unerschütterliche Erwartung des Endsieges enthielt. Ohne einen genaueren Blick auf das Schriftstück zu werfen, so geht die Geschichte nach dem Zeugnis mehrerer Teilnehmer und Eingeweihter weiter, habe der Angesprochene das Papier zerknüllt, in den Mund gesteckt und nicht ohne einiges Herauf- und Herunterwürgen geschluckt. Man mag darin eine Art Schadensabwicklung sehen, die Belastungen der Vergangenheit für sich persönlich loszuwerden. [noch hier]
[Börsenblatt]


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