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Freitag, 3. August 2007

Zentralbuchhandlung nun Frickladen

Eine unangenehme Überraschung bei meinem derzeitigen Aufenthalt in Wien: Meine bisherige Lieblingsbuchhandlung, die Zentralbuchhandlung hinter dem Stephansdom, gibt es nicht mehr. Der Eigentümer, die alles verscherbelnde KPÖ, hat sie an die Frick-Kette verkauft. Viel mehr Information dazu finde ich nicht im Netz, aber ein Bild eines Zentralbuchhandlung-Sackerls.
Der erste Standort der Zentralbuchhandlung, von dem kaum jemand weiß, war im Verlagshaus am Fleischmarkt. Mit der Eröffnung und dem Aufbau wurde Willy Verkauf-Verlon betraut. Der 1917 in Zürich geborene Verkauf kam schon als Kind mit seinen Eltern nach Wien, emigrierte bereits 1933 mit seiner Familie nach Palästina, wo er sich politisch und verlegerisch betätigte. 1945 kehrte er mit seiner Frau nach Wien zurück und Erwin Zucker-Schilling, Chefredakteur der Volksstimme und Direktor des Globus Konzerns, schlug Verkauf vor, in den Parteiverlag einzusteigen und für diesen eine Buchhandlung an der Ecke Fleischmarkt-Rotenturmstraße einzurichten und zu leiten.
Trotz widriger Umstände wurde die Buchhandlung im Herbst 1946 termingerecht eröffnet.
Schließlich übersiedelte die "Zentralbuchhandlung" im Jahre 1958 auf den Stephansplatz in die Schulerstraße 1-3 und hieß dann "Zentralbuchhandlung beim alten Steffl", benannt nach der alten Buchhandlung, die sich davor in diesem Geschäftslokal befunden hatte. Jene 1897 gegründete Buchhandlung hieß "Buchhandlung beim alten Steffl" Lauenstein & Zoncsits, dessen Geschäftsführer bis zur Schließung Friedrich Zoncsits war. [Christina Köstner: "Wie das Salz in der Suppe" Zur Geschichte eines kommunistischen Verlages - Der Globus Verlag [PDF]]
Die Zentralbuchhandlung mochte ich nicht wegen der umfangreichen russischen und linkstheoretischen Literatur, die man dort erwerben konnte, sondern deshalb, weil dort immer viele Bücher von deutschen und österreichischen Kleinverlagen im Sortiment zu finden waren, die man sonst überall bestellen hätte müssen.

Gestern war ich zum letzten Mal in dem Laden in der Schulerstraße, denn auf eine Anfrage von mir antwortete mir die Frick-Angestellte, dieses Buch habe sie nicht, ich solle doch auf Amazon danach suchen. Für so einen Tipp kann ich mir den Weg in die Buchhandlung sparen.


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