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Sonntag, 17. Januar 2010

Schwabo

Das "transkulturelle" Wiener Stadtmagazin biber titelt in der aktuellen Dezember/Jänner-Ausgabe: "Was ist dran am Schwabo-Mann? - Warum Balkanfrauen auf Österreicher stehen".

Schwabo ist zumindest in Österreich (wohl auch in Deutschland) unter Personen mit Migrationshintergrund ein geläufiger Ausdruck für Deutschsprachige, d.h. hier Österreicher und Österreicherinnen. Schwabo wird sowohl als Kosename (wie das bevorzugt in Deutschland verwendete Ösi) als auch als Schimpfwort (als Pendant zu Tschusch) gebraucht.

Herkunft
Schwabo wurde geprägt von Migranten aus Ex-Jugoslawien. Der Ausdruck leitet sich ab von den sogenannten Donauschwaben. Die Donauschwaben sind Deutschsprachige (nur teilweise aus dem Gebiet "Schwaben"), die in Folge der Ausdehnung der Habsburgerherrschaft am Balkan nach der überstandenen zweiten Türkenbelagerung von Wien (1683) in Gebieten, die heute in Ungarn, Kroatien, Bosnien, Serbien und Rumänien liegen, angesiedelt wurden. Über den Ausdruck Schwabo für Deutschsprachige auf dem Balkan wandelte das Wort seine Bedeutung um und steht nun generell für Deutschsprachige und wird mittlerweile auch von Personen mit nicht-ex-jugoslawischem Migrationshintergrund verwendet.

Mitteleuropa vor und nach dem Ersten Weltkrieg. Die dunklen Flecken zwischen Budapest und Belgrad sind die Siedlungsgebiete der Donauschwaben. Bildmaterial von den Seiten der Kulturstiftung Donauschwaben.


Kosename oder Schimpfwort
Wie mir scheint kann Schwabo als Schimpfwort verwendet werden, wird aber auch als relativ neutraler Begriff verwendet ohne negative Konnotation.
Eine Kurzdefinition in der Zeitschrift biber lautet: "Derber Kosename für Österreicher. Gebräuchlich unter Migranten. Nicht abwertend wie umgekehrt 'Tschusch'. Leitet sich ab von Donauschwaben: Im 17. bis 19. Jahrhundert deutschsprachige Siedler am Balkan." - "Derber Kosename" trifft es wohl recht gut, nicht richtig erscheint mir, der Ausdruck sei "nicht abwertend". Er kann auch abwertend gebraucht werden (etwa als Reaktion auf "Tschusch").


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Wir sind Kaiser: Norddeutschunterricht



Erstaustrahlung im ORF am 10. Dezember 2009 zwischen den Gesprächen mit den Gästen Hera Lind und Wigald Boning


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