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Donnerstag, 1. April 2010

Vortrag H. Pietschmann: "Die Atomisierung der Gesellschaft und die Ich-Einsamkeit", 16.4.2010, 19:30 Uhr

"Handle so, dass du die Gottheit, sowohl in deiner Person als in der Person eines jeden anderen, jederzeit erkennst und niemals bloß als Mittel brauchst!"
(Herbert Pietschmann: Die Atomisierung der Gesellschaft - Der christliche Imperativ)



Herbert Pietschmann, Emeritus des Instituts für Theoretische Physik der Universität Wien, ist weltweit einer der wichtigsten Forscher im Bereich der Quantenmechanik. Doch neben seiner naturwissenschaftlichen Berufung beschäftigt er sich intensiv mit Fragen der gegenwärtigen Gesellschaft. Dabei weist es sich, dass zwischen seinem Denken und dem von Ferdinand Ebner eine Reihe von Überschneidungen bestehen.

Auf Einladung der Internationalen Ferdinand-Ebner-Gesellschaft wird Herbert Pietschmann am 16. April 2010 um 19:30 Uhr im Haus der Begegnung der Diözese Innsbruck unter dem Titel "Die Atomisierung der Gesellschaft und die Ich-Einsamkeit" einen Vortrag halten.
Es handelt sich dabei um die sechste von insgesamt zehn Veranstaltungen, welche die Internationale Ferdinand-Ebner-Gesellschaft gemeinsam mit dem Haus der Begegnung der Dözese Innsbruck organisiert.

Weitere Informationen finden sich auf der Website der Internationalen Ferdinand-Ebner-Gesellschaft:

http://www.ebner-gesellschaft.org

Herbert Pietschmann über sein letztes Buch "Die Atomisierung der Gesellschaft" sowie über seinen Vortrag in Innsbruck:

"Der materielle Wohlstand in der Spaßgesellschaft und der Drang nach Selbstverwirklichung haben dazu geführt, dass die meisten Menschen ohne wahre Kommunikation in der Gemeinschaft isoliert sind. Wie Atome in einem Edelgas stoßen sie zwar aneinander, haben aber darüber hinaus kaum eine Wechselwirkung. Als Ersatz dient bestenfalls maschinelle Kommunikation, Mobiltelefon und Internet. Für Menschen, welche die Isolation des modernen Lebens überwinden wollen, werden einige Denkhilfen angeboten, aus denen jeder das auswählen kann, was ihm oder ihr persönlich zusagt.

Die Trennung von Geist und Materie geht auf Descartes zurück. Sein 'Ich denke, also bin ich!' zielt auf das Individuum. Dem wird 'Ich kommuniziere, also sind wir!' entgegengestellt, um die Gemeinschaft als Ursprung des Einzelnen zu betonen. Dadurch soll den Menschen ein Weg aus ihrer Einsamkeit eröffnet werden. Der Isolation der Individuen entspricht in unserem Denken das aristotelische Entweder-Oder. Platon hat vor Aristoteles dialektisches Denken entwickelt, das kein Entweder-Oder verlangt. In einem verständlichen Modell wird dieses Denken dargestellt und angewandt."


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