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Montag, 7. März 2011

sich mit fremden Federn schmücken

Ein Plagiat verstösst nicht nur gegen Urheberrechtsbestimmungen, sondern ist vor allem ehrenrührig. Am besten drückt dies die Redewendung sich mit fremden Federn schmücken aus. Die hat nach der Meinung vieler ihren Ursprung in einer Äsopischen Fabel, die in verschiedenen Varianten überliefert ist.
Fremde Federn [in anderen Übersetzungen auch: Die Krähe (oder wörtlich: Dohle) und die anderen Vögel]

Zeus beschloß den Vögeln einen König zu geben. Daher setzte er eine Versammlung an; in dieser wollte er den schönsten zum König machen. Da eilten alle Vögel zum Fluß, um sich zu säubern und zurechtzuzupfen. Auch die Krähe kam, und da sie sich ihrer Häßlichkeit bewußt war, sammelte sie die Federn, die den anderen Vögeln bei ihrem Putz entfielen, und fügte diese dem eigenen Gefieder ein. So kam es, daß sie viel bunter aussah als alle anderen Vögel. Dem Zeus aber gefiel sie, und er wollte sie zum König machen. Da gerieten die andern Vögel in Zorn: sie stürzten sich auf sie, und jeder entriß ihr die eigenen Federn. Und die Krähe war wieder eine Krähe.
[nach August Hausrath (Hg.): Aesopische Fabeln, S. 49 (1940)]
Dohle mit Pfauenfedern

Man sollte nicht darauf verfallen, mit fremdem Gut zu prahlen, sondern lieber nach eigenem Format sein Leben führen: Dafür hat Äsop uns folgendes Beispiel überliefert.

Gebläht von eitlem Stolz hob eine Dohle Federn auf, die einem Pfau entfallen waren, und schmückte sich damit. Darauf verachtet sie die Artgenossen, mischt sich in die wohlgeformte Schar der Pfauen. Die reißen ihr, der unverschämten, jene Federn aus und scheuchen sie mit ihren Schnäbeln. Arg gerupft macht sich die Dohle traurig auf den Heimweg zu der eigenen Sippschaft. Dort ward sie abgewiesen und litt bittren Schimpf. Da sagte eine der zuvor von ihr Verachteten: "Du hättest dich begnügen sollen hier mit unserem Platz, du hättest akzeptieren sollen, was Natur gegeben hat. Dann hättest du dort keine Schmach erlitten und würdest nicht in deinem Unglück auch von uns zurückgewiesen."
[nach Eberhard Oberg (Hg.): Phaedrus - Fabeln, S. 19-21 (1996)]


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